Kreise mit unsichtbarem Rundenende.

Kreise häkeln – immer wieder ein Mysterium? Pustekuchen. Ihr müsst nur eine Regel beachten und schon wird jeder Kreis zum Kinderspiel.

Fangen wir mit dem Kreis aus festen Maschen an:

Die Theorie: das Magische am Kreis aus festen Maschen ist die Zahl 6. Sie dürft ihr nie aus den Augen verlieren. Genau betrachtet ist euer Kreis auch eigentlich ein 6-Eck. In jeder Reihe werden immer 6 Maschen zugenommen. Damit euer Kreis aber später nicht eckig aussieht, macht ihr das am besten etwas versetzt. Soviel zur Theorie. Jetzt kommt die Praxis:

  1. Runde: 6fM
  2. Runde: 12 fM (in jede fM der Vorrunde doppelt einstechen)
  3. Runde: 18 fM (in jede 2. fM der Vorrunde doppelt einstechen)
  4. Runde: 24 fM (in jede 3. fM der Vorrunde doppelt einstechen)
  5. Runde: 30 fM (in jede 4. fM der Vorrunde doppelt einstechen)
  6. Runde: 36 fM (in jede 5. fM der Vorrunde doppelt einstechen)

Simpel oder? Aber warum genau erhalten wir ein unsichtbares Rundenende? Hier tricksen wir ein wenig. Ich erkläre es kurz am Beispiel:

  • Ihr beginnt den Kreis mit einem Maschenring (MR).
  • Nun arbeitet ihr eine LM in den MR (sie ist die erste „falsche“ fM).
  • Es folgen 5 fM. (zusammen mit der ersten „falschen“ fM habt ihr also 6 fM gehäkelt.)
  • Bevor ihr die KM häkelt, um die Reihe zu beenden: die Schlaufe, die sich aktuell auf eurer Nadel befindet, wird zum Maschenglied eurer ersten“falschen“ fM. Das bedeutet, dass ihr die KM ins Maschenglied der ersten echten fM arbeiten müsst. (s. Bild 3)
  • Es folgt eine LM, wieder als erste „falsche“ fM der neuen Runde. (s. Bild 1)
  • Wichtig: die erste richtige fM der neuen Runde, wird in dasselbe Maschenglied (MGl) gearbeitet, in das ihr zuvor die KM gesetzt habt! (s. Bild 2)

Das hört sich schwieriger an, als es später ist. Einfach ausprobieren. Diese Technik funktioniert, wenn ihr die Maschen in das komplette MGl arbeitet und genauso wenn ihr die Maschen in das hintere MGl (hMGl) häkelt, wie auf meinen Beispielfotos.

Wichtig ist im letzten Fall: die KM, die die Runde abschließt, arbeitet ihr IMMER in das komplette MGl. Die restlichen Maschen können sowohl in das komplette als auch in das hMGl gearbeitet werden.

Machen wir mit dem Kreis aus Stäbchen weiter:

Die Theorie: das Magische am Kreis aus Stäbchen ist die Zahl 12. Im Gegensatz zum Kreis aus festen Maschen ist euer Kreis aus Stäbchen eigentlich ein 12-Eck. In jeder Runde werden immer 12 Maschen zugenommen. Damit euer Kreis später nicht kantig aussieht, solltet ihr auch hier die Zunahme etwas versetzt vornehmen. Die Praxis:

  1. Runde: 12Stb
  2. Runde: 24Stb (in jedes Stb der Vorrunde doppelt einstechen)
  3. Runde: 36Stb (in jedes 2. Stb der Vorrunde doppelt einstechen)
  4. Runde: 48Stb (in jedes 3. Stb der Vorrunde doppelt einstechen)
  5. Runde: 60Stb (in jedes 4. Stb der Vorrunde doppelt einstechen)
  6. Runde: 72Stb (in jedes 5. Stb der Vorrunde doppelt einstechen)

Und auch in diesem Fall wollen wir zum Schluss ein unsichtbares Rundenende erhalten. Der Trick: ihr arbeitet mit falschen Stäbchen. Diese Idee finde ich so genial, dass ich den falschen Stäbchen sogar einen eigenen Beitrag gewidmet habe. Lest selbst…

Eure Anne von ‚handfaktur‘

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